Reifen

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Im Rahmen einer Feldstudie entlang eines 200 Kilometer langen Verkehrskorridors in der Subhimalaya-Region von Westbengalen, Indien – einer strategisch wichtigen Verbindung zwischen Indien und Nepal, Bhutan, Bangladesch sowie den nordöstlichen Bundesstaaten – wurde die Rolle von Altreifen als Brutstätten für Aedes-Mücken, die Hauptüberträger des Dengue-Fiebers, untersucht. Von den 1.104 an 34 Standorten untersuchten Reifen wiesen mehr als die Hälfte (54,8 %) Mückenlarven auf, wobei Aedes aegypti im Allgemeinen in höherer Dichte vorkam als Aedes albopictus, obwohl letztere an mehreren Standorten in der Nähe von Waldgebieten dominierten, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise in Lebensräume vordringen, die traditionell mit Aedes aegypti in Verbindung gebracht werden. Die Studie untersuchte, wie verschiedene mikroumweltbezogene Variablen die Larvenhäufigkeit beeinflussten: Die Positivrate bei Reifen war an Standorten innerhalb oder in der Nähe menschlicher Siedlungen signifikant höher als an abgelegeneren Orten – die Beschattung hatte keinen signifikanten Einfluss, wahrscheinlich weil die innere Struktur der Reifen unabhängig von der äußeren Sonneneinstrahlung von Natur aus dunkle, geschützte Mikrohabitate schafft.  Größere Reifen, wie sie beispielsweise bei Lkw und Pkw zum Einsatz kommen, wiesen eine höhere Larvendichte auf als Fahrradreifen, da ihre größere Wasseraufnahmekapazität die Verdunstung verringert und die Larvenentwicklung begünstigt. Auch das Wasservolumen und das Vorhandensein organischer Substanzen wie Laub erhöhten die Larvendichte erheblich, wobei insbesondere Ae. albopictus unter nährstoffreichen Bedingungen besonders gut gedeiht. Um räumliche Muster des Befallsrisikos zu identifizieren, erstellten die Forscher eine Heatmap, die die räumliche Konzentration des Phänomens darstellt; diese Analyse ergab eindeutige Hotspots mit hoher Aedes-Dichte. Daraus ergeben sich erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit: Der Verkehrskorridor wird stark von Reisenden und Lkw-Fahrern genutzt, und die Mobilität der Menschen ist ein bekannter Treiber für die Ausbreitung von Dengue-Fieber, da infizierte Personen das Virus in zuvor nicht betroffene Gebiete einschleppen können, darunter auch die Bergregionen des Distrikts Darjeeling. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass ausrangierte Reifen beständige, räumlich gehäufte und weitgehend übersehene Brutstätten darstellen, und empfehlen, Autowerkstätten entlang der Verkehrsnetze bei der Überwachung vorrangig zu berücksichtigen, wobei praktische Maßnahmen wie das Durchstechen oder Abdecken ungenutzter Reifen zur Verhinderung von Wasseransammlungen ergriffen werden sollten. 

Quelle: https://doi.org/10.1016/j.crpvbd.2026.100383

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